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Rheinische Post: Guttenberg gibt nach Kommentar Von Helmut Michelis

Düsseldorf (ots) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist mit seinen kühnen Reformplänen an diesem Wochenende gleich zweimal rau in der Wirklichkeit gelandet: Sein Vorschlag der "Schnupperzeit" für neue Rekruten, also einer Probezeit, in der beide Seiten entscheiden dürfen, ob eine Weiterbeschäftigung unter den Sonderbedingungen von Streitkräften sinnvoll ist, muss eine pure Selbstverständlichkeit sein für eine künftige deutsche Berufsarmee. Steckt dahinter etwa das indirekte Eingeständnis, dass es sehr schwer werden wird, ohne Wehrpflicht die nötigen Soldaten zu gewinnen? Irritierend wirkt auch, dass es doch keine Tabus geben sollte bei der Reformdiskussion. Guttenberg hat aber jetzt versprochen, dass er die noch rund 400 Kasernen-Standorte mit Samthandschuhen anfassen werde. Gerade in diesem Bereich jedoch wäre durch Zusammenlegungen viel Geld zu sparen. Vermutlich will der Minister gefährlichen kommunalpolitischen Widerstand vermeiden. Vor allzu großen Zugeständnissen sei der CSU-Politiker indes gewarnt: Ein bloßer Schrumpfungsprozess aus Spardruck würde die Bundeswehr im Kern zu sehr beschädigen. Letztlich geht es um unser aller Sicherheit. Der Minister muss also klaren Kurs halten.

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