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Rheinische Post: Der dritte Mann Kommentar Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Zum Flair des Kalten Krieges fehlte gestern in Wien eigentlich nur noch die berühmte Zither-Melodie aus dem Spionage-Thriller "Der dritte Mann" mit Orson Welles. Der Agentenaustausch zwischen Amerika und Russland, der da über die Bühne ging, gemahnte an Szenen, die jüngere Zeitgenossen nur noch aus Filmen oder Geschichtsbüchern kennen. Aber man sollte sich keinen Illusionen hingeben: Zwar ist die Ost-West-Konfrontation Vergangenheit, ist die Todfeindschaft zwischen den ideologischen Blöcken politischer Entspannung, ja Partnerschaft gewichen, aber spioniert wird munter weiter. Washington und Moskau zelebrieren Kooperation, US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Dmitri Medwedjew geben sich als beste Freunde, und im Verborgenen belauern sich ihre Geheimdienste wie eh und je. Nur die Prioritäten haben sich verschoben. Die direkte politische und militärische Konfrontation wurde abgelöst durch eine vor allem wirtschaftliche Rivalität. Und so betreiben die Agenten beider Seiten heute vor allem Industriespionage. Immerhin: Russen und Amerikaner wollen offensichtlich nicht, dass der "Geheimnisklau" ihre Beziehungen belastet. Das ist anders als im Kalten Krieg, und das ist die gute Nachricht.

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