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Rheinische Post: Sieger Wilders

Düsseldorf (ots) - Kommentar von Anja Ingenrieth

Er ist Hollands eigentlicher Wahlsieger: Rechtspopulist Geert Wilders erzielt den größten Stimmenzuwachs aller Parteien, seine "Freiheitspartei" wird zur drittstärksten Kraft im Land. Er greift verbreitete Ängste vor Überfremdung und Wohlstandsverlust auf, verspricht simple Lösungen für komplexe Probleme. Damit traf er den Nerv von rund 1,5 Millionen Niederländern. Wilders ist endgültig ein gewichtiger Faktor der Politik im Polderland. Schon bisher hat sein Anti-Establishment-Kurs in Sachen Islam, Einwanderung und Europa das einst so tolerante Musterland verändert. Dieser Trend dürfte sich verstärken. Egal, ob er mitregiert oder nicht. 2002 gelang es, die Partei des ermordeten Rechtspopulisten Pim Fortuyn durch Machtbeteiligung zu entzaubern. Wilders trat in Fortuyns Fußstapfen. Sein größtes Kapital ist das Versagen der politischen Mitte bei Kern-Themen wie Immigration. Solange dies so bleibt, haben Polarisierer wie er leichtes Spiel. Denn die Wähler sind extrem wechselwillig, bescherten Holland eine beispiellos zersplitterte Parteienlandschaft. Damit machen sie genau das schwer, was in Krisenzeiten geboten wäre: stabile Verhältnisse zu schaffen. Die Niederlande werden unberechenbarer für ihre Partner.

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