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Rheinische Post: Angriff auf Karsai von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Zwölftausend zusätzliche Sicherheitskräfte in der afghanischen Hauptstadt Kabul zur großen Ratsversammlung über den Frieden machen deutlich, was uns eigentlich nicht überraschen durfte: Dass sich die Taliban auf ihre blutige Weise zu dieser nationalen Zusammenkunft zu Wort melden würden. Es ist nicht die erste Antwort der Gewalt auf die Gesten der Versöhnung, die Hamid Karsai seit Monaten unermüdlich in Richtung Taliban aussendet. Oder sollten wir passender "unverbesserlich" sagen? Die Strategie der Afghanistan-Truppen schließt Verständigung nicht aus. Ganz im Gegenteil: Mit der Absicht, Köpfe und Herzen der Bevölkerung zu gewinnen, sind auch die Taliban-Mitläufer gemeint. Sie sollen durch eindeutige Botschaften die Alternative klar sehen: Der Aufstand wird niedergekämpft, die Zusammenarbeit mit Brunnen, Brot und Bildung belohnt. So weit die Theorie. Doch den Alltag erleben viele Menschen in Afghanistan anders: mit allmächtig erscheinenden Taliban, die sich von den internationalen Truppen nur millimeterweise zurückdrängen lassen. Viele fahren deshalb ihren privaten Versöhnungskurs mit den Taliban. Einfacher wird der Frieden dadurch nicht. Westliche Maßstäbe passen kaum: Afghanistan ist anders. Karsai auch.

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