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Rheinische Post: Falscher Rat aus USA

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Antje Höning:

Demokratie, Freiheitsliebe, Optimismus - die Deutschen können von Amerika viel lernen. Bei der Bekämpfung der Finanzkrise sollten sie aber genau das Gegenteil von dem tun, was die USA raten. US-Finanzminister Geithner forderte die deutsche Regierung gestern auf, die Staatsausgaben zur Konjunktur-Belebung hoch zu halten, auch wenn dies die Schulden treibt. Die Weltkonjunktur könne nicht nur durch den US-Konsum gestützt werden. Wie bitte? Die erste Finanzkrise, die 2008 in der Pleite der Lehman-Bank gipfelte, war doch gerade durch den mit Schulden finanzierten Konsum der US-Bürger entstanden. Die aktuelle Euro-Krise wurde durch übermäßigen Konsum der Griechen ausgelöst. Es ist gut, dass Finanzminister Schäuble seinem Kollegen widerspricht und auf seinem Sparkurs beharrt. Auch die Kritik der USA an dem einseitigen deutschen Verbot von spekulativen Leerverkäufen geht in die falsche Richtung. Seit dem Gipfel-Treffen 2009 in Pittsburgh ist viel über neue Spielregeln für die weltweite Finanzmärkte geredet worden. Geschehen ist kaum etwas. Daher ist es gut, dass Deutschland nun vorgeprescht ist und Leerverkäufe verboten hat, die nur der Zockerei dienten, aber keine Bedeutung für die Versorgung der Wirtschaft mit Kapital haben.

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