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Rheinische Post: Zündeln in Korea

Düsseldorf (ots) - Der Vorfall wirkt wie abgeschrieben aus einem schlechten Agenten-Roman: Düsteres stalinistisches Regime lässt bei Nacht und Nebel ein fremdes Kriegsschiff versenken, wird der Tat überführt und droht daraufhin mit Krieg. Nur, dass es dieses Regime in Nordkorea eben wirklich gibt und seine Schuld an einem für 46 Seeleute tödlichen Torpedo-Überfall auf eine südkoreanische Korvette kaum noch bezweifelt werden kann. Was in aller Welt die Machthaber in Pjöngjang dazu bewogen haben mag, ihre Nachbarn derart zu provozieren, ist völlig unklar. Sicher ist nur, dass dieses hochriskante Zündeln in einer brandgefährlichen Gegend der Welt stattfindet. Nirgendwo kann ein verheerender Krieg schneller ausbrechen als an der extrem militarisierten Demarkationslinie zwischen den beiden Koreas. So steht zu erwarten, dass das nordkoreanische Regime ungeschoren davon kommt. Militärische Reaktionen sind ausgeschlossen. Weitere Sanktionen gegen das hermetisch abgeschottete Land, etwa das völlige Einstellen der humanitären Hilfe, würden nur die ohnehin schon leidende nordkoreanische Bevölkerung treffen. Die frustrierende Wahrheit ist: Wir können nur hoffen, dass die Verantwortlichen in Pjöngjang von selbst zur Räson kommen.

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