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Rheinische Post: Ökonom: Griechenland-Rettung

Düsseldorf (ots) - Die Griechenland-Rettung könnte für Deutschland teurer werden als erwartet. Das in Aussicht gestellte 45 Milliarden-Rettungs-Paket von EU und IWF ist nach Ansicht des renommierten Ökonomen Daniel Gros erst der Anfang. "Wenn in Athen keine 100-prozentige Kehrtwende zu einem rigiden Sparkurs stattfindet ist die Pleite aufgeschoben, aber nicht aufgehoben", sagte der Chef der Brüsseler Denkfabrik Centre for European Policy Studies (Ceps) der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe). In den nächsten drei Jahren brauche Athen mindestens 150 Milliarden Euro. "Das Gesamtvolumen der Kredithilfen für Athen kann am Ende für Deutschland leicht bei 30 bis 40 Milliarden Euro liegen." Bisher ist von 8,4 Milliarden die Rede. Gros fordert einen nationalen Not-Pakt der griechischen Regierung mit Gewerkschaften und Opposition - der auch Lohnkosten-Senkungen von zehn Prozent und Kürzungen der Sozialleistungen von bis zu 20 Prozent beinhaltet. "Daran müssen die Hilfen von EU und IWF geknüpft werden. Sonst sind sie ein Fass ohne Boden." Der Ökonom sieht die Währungsunion ohne tiefgreifende Reform in Gefahr. "Die Währungsunion braucht dringend einen Europäischen Währungsfonds, der es ihr erlaubt, die Pleite eines Mitgliedsstaates ohne Gefahr für den Euro zu verkraften. Bisher ist das nicht der Fall." Nur die Pleite als reales Droh-Szenario zähme die Märkte und zwinge die klammen Länder zu überzeugenden Sparprogrammen.

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