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Rheinische Post: Mai und Pöbel

Düsseldorf (ots) - Mit Blick auf ein wahrscheinlich wiederum blutiges Wochenende in den Mai-Krawall-Metropolen Berlin und Hamburg klingt der Satz der früheren Verfassungsgerichts-Präsidenten Jürgen Papier absurd: Zweck des Staates sei die Gewährleistung der Freiheit, hatte der Rechtsgelehrte gesagt. "Grau, lieber Freund, ist alle Theorie", möchte man Papier mit Goethe, ebenfalls Jurist, antworten. Die Zigtausend Polizeibeamte, die sich in jedem Jahr den 1.-Mai-Extremisten von Links- und Rechtsaußen und den begleitend randalierenden Trunkenbolden zu stellen haben, können schon bei der Anreise zum Abwehrkampf damit rechnen, dass sie zur Steinigung freigegeben werden. Der Zweck des Staates ist die Gewährleistung von Freiheit - und von Sicherheit. Die Aussage von Berlins Innensenator Körting, seine Stadt erlebe seit 20 Jahren ein schreckliches Mai-Ritual, bei dem "junge Leute" alles täten, um sich mit der Polizei anzulegen, gehört selbst zum "schrecklichen Ritual" vor und nach den Straßen-Exzessen. Hier testen nicht "junge Leute" ihre Grenzen; hier probt ein politischer und apolitischer Pöbel mit krimineller Energie den alljährlichen Aufstand. Hoffentlich finden sich am Wochenende energische Polizisten und Haftrichter.

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