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Rheinische Post: Papst-Bekenntnis

Düsseldorf (ots) - Nur Ignoranten dürften die geplante Vergebungsbitte von Papst Benedikt XVI. als Gerede abtun. Alle anderen werden darin ein historisches Bekenntnis sehen, mit dem deutlich wird, welche Schuld die katholische Kirche mit den vielen Fällen von sexuellem Missbrauch durch Priester auf sich geladen hat. "Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa" - durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld, so heißt es im Kern des Gebets. Der Bischof von Rom und Stellvertreter Christi auf Erden bittet Gott darin nicht allein um Verzeihung, er bekennt sich selbst als Sünder. Das ist Buße als Teil der Wiedergutmachung, Buße im Dienst am Nächsten, Buße als Zeichen der Umkehr. Im Schuldbekenntnis liegt der Urgrund christlichen Handelns. Das Mea Culpa ist von größter Bedeutung und Tragweite. Benedikts Vorgänger, Johannes Paul II., hat es einmal im Heiligen Jahr gesprochen, um sich für die Glaubenskriege, die Inquisition, die Judenverfolgung zu entschuldigen. Auch daran lässt sich ablesen, wie die Kirche die Missbrauchsfälle selbst bewertet. Die Aufklärung muss weitergehen, keine Frage. Das Mea Culpa aber ist eine Zäsur, ist so viel mehr als eine bloß gelungene Geste: In ihm spiegeln sich Wille und Kraft zum Neuanfang.

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