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Rheinische Post: Polens Trauer

Düsseldorf (ots) - von Doris Heimann

Polen hat seinen tödlich verunglückten Präsidenten Lech Kaczynski zu Grabe getragen. Wegen des Flugverbots zwar mit nur wenig politischer Prominenz aus dem Ausland. Aber der wohl wichtigste Gast war gekommen: Russlands Präsident Dmitri Medwedew. Die Geste hat große Symbolkraft. Denn in den Tagen nach dem tragischen Flugzeugabsturz von Smolensk hat sich völlig überraschend eine Wende zum Guten in den polnisch-russischen Beziehungen vollzogen. In Polens Trauer steckt Hoffnung. Das Massaker von Katyn, als der sowjetische Geheimdienst 1940 tausende polnische Offiziere ermordete, teilte Polen und Russen jahrzehntelang. Lech Kaczynski und viele Vertreter der polnischen Elite waren auf dem Weg zu diesem Schicksalsort, als ihr Flugzeug im Landeanflug zerschellte. Nun ist die zweite Tragödie von Katyn zur Chance auf Versöhnung geworden. Die Polen scheinen bereit dazu. Vielleicht zieht die russische Führung auch die richtigen Schlüsse daraus. Denn ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Russland und seinen Nachbarn in Mittelosteuropa kann es nur geben, wenn das schmerzhafte Erbe aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach endlich mit allen Ländern der Region gemeinsam aufgearbeitet wird.

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