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Rheinische Post: Unter der Wolke Kommentar Von Ulli Tückmantel

Düsseldorf (ots) - Vor dem Osterwochenende stellte der Vulkan Eyjafjallajökull die Reisebranche vor ein logistisches Problem: Wie bringt man Spektakel-Touristen möglichst schnell an den Zwerg-Krater heran, der so putzige Aschewölkchen speit? Das Problem hat sich vorerst erledigt, nichts geht mehr im Luftverkehr. So still wie gestern Abend war es am Himmel über Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht. Zehntausende von Passagieren sitzen derweil an den Flughäfen fest, ungezählte Tonnen Fracht bleiben liegen. Das könnte in einem Hightech-Land die Stunde der Krisenmanager sein. Stattdessen kam Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestern auf die originelle Idee, Flugpassagiere zum Reiseverzicht aufzufordern. Die Bahn habe ihm zugesagt, so der Minister, so viele zusätzliche Züge und so viel zusätzliches Personal bereitzustellen wie möglich. Das klang so bedrohlich, wie es kam: Als die ersten Rangeleien an Bahnsteigen eskalierten, räumte die Bahn erwartungsgemäß ein, dass das mit den zusätzlichen Zügen und dem Personal nicht wirklich möglich sei. Es sei nämlich Wochenende, da habe man ohnehin schon so viel zu tun. Und das alles sei ja sehr überraschend eingetreten. Was passiert in diesem Land eigentlich, wenn es wirklich eine Krise gibt?

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