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Rheinische Post: Stolperfalle Turbo-Abitur

Düsseldorf (ots) - Kommentar von Frank Vollmer Was bisher eher ein diffuses Gefühl war, das hat die Landesregierung jetzt schwarz auf weiß: Das "Turbo-Abitur" nach acht statt neun Jahren Gymnasialzeit ist unbeliebt. Die Bürger in NRW sprechen sich mit Zweidrittelmehrheit gegen die Verkürzung aus sie sind damit noch skeptischer als der Bundesdurchschnitt. Es hilft nun nichts, wie das nordrhein-westfälische Schulministerium es tut, auf die Vorteile des Turbo-Abiturs hinzuweisen oder darauf, dass Lehrer- und Elternverbände die Umstellung mehrmals gutgeheißen haben, oder darauf, dass man die Entscheidung ja von der rot-grünen Vorgängerregierung geerbt habe. Alles das ist richtig, aber die Eltern fühlen sich in dieser Sache nun einmal überrollt von einer technokratischen Reform. Ein Ausweichen auf die Gesamtschule, die in neun Jahren zum Abitur führen kann, ist für viele schlicht keine Alternative. In Hessen und Bayern haben Landesregierungen schon schmerzhafte Erfahrungen mit dem Zorn der Eltern gemacht. Die nordrhein-westfälische Landesregierung wird gut daran tun, in den Wochen bis zur Wahl am 9. Mai ihr Gymnasialkonzept mit mehr Einfühlungsvermögen als bisher zu vermitteln. Das Turbo-Abi könnte sonst den schwarz-gelben Wahlkämpfern noch auf die Füße fallen. Und das dürfte weh tun, denn das Thema hat Gewicht. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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