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Rheinische Post: Irak hatte die Wahl

    Düsseldorf (ots) - von Matthias Beermann

    Sie haben sich in letzter Zeit wieder gehäuft, jene schrecklichen Meldungen aus dem Irak, in denen von Bombenanschlägen und vielen Opfern die Rede ist. Der Grund für diese neue Terror-Offensive waren die Parlamentswahlen, die gestern stattgefunden haben und wiederum von blutigen Anschlägen mit mindestens 38 Todesopfern begleitet waren. Was immer die Auszählung der Stimme auch ergeben mag, das Wichtigste steht jetzt schon fest: Auch mit Terror haben sich die Iraker nicht von den Wahlurnen fernhalten lassen. Um den Fortschritt ermessen zu können, reicht ein Blick vier Jahre zurück. Damals war die Angst vor Mordanschlägen so groß, dass viele Kandidaten nicht einmal wagten, sich offen zu ihrer Kandidatur zu bekennen. Seither hat sich das politische Klima im Irak entspannt. Die Parteienlandschaft ist viel bunter geworden. Viele der religiösen Eiferer haben sich als unfähig und korrupt erwiesen. Im Irak ist ein politischer Lernprozess im vollen Gange. Das macht Mut, auch wenn das Land noch nicht zu innerem Frieden gefunden hat. Im kommenden Jahr soll ein Großteil der US-Truppen abziehen. Dann müssen die Iraker ihr Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen. Der Wille dazu ist da.

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