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Rheinische Post: Taliban-Aussteiger

Düsseldorf (ots) - Natürlich führt für die Verantwortlichen am Hindukusch kein Weg daran vorbei, für ein friedliches Afghanistan langfristig auch die Taliban in die Gesellschaft zu integrieren. Aber jetzt viel Kraft darauf zu verwenden, die Kämpfer mit Dollars von den Kalaschnikows weg zu locken, führt nur zu noch mehr Frustration. Die Terrororganisation hat keine Mühen, für jeden getöteten Taliban unter der Jugend der Region mehrere neue Kämpfer zu rekrutieren. Die Ankündigung des Westens für ein spezielles Ex-Taliban-Förderprogramm könnte zu der Absurdität führen, die Taliban noch attraktiver zu machen: Wer zuerst für uns kämpft, wird dann von unseren Feinden belohnt. Zudem drohte eine schreiende Ungerechtigkeit: Während Polizisten für ein lausiges Einkommen ihren Kopf hinhalten und einen gigantischen Blutzoll zahlen, soll ihren Mördern und deren Helfern eine sichere Zukunft geboten werden. Die bessere Reihenfolge ist eine andere: Alles daran setzen, dass Polizisten in Afghanistan eine gute berufliche Perspektive bekommen: Mit Ausbildung, mit Ausrüstung, mit Auskommen für sich und ihre Familien. Erst wenn das gesichert ist, dann kann auch an potenzielle Taliban-Aussteiger gedacht werden. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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