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Rheinische Post: Westfalen-Partei Von Detlev Hüwel

Düsseldorf (ots) - Der Westfale an sich gilt als zuverlässig, zur Sturheit neigend und eher zurückhaltend. Zumindest Letzteres kann man den Initiatoren der neuen "Westfalenpartei" wohl nicht nachsagen. Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl preschen sie wie das Ross im westfälischen Wappen nach vorn. Ihre Programmatik lässt sich auf die Kurzformel bringen: Denen im Rheinland zeigen wir's spätere Scheidung nicht ausgeschlossen. Der (noch sehr überschaubare) Kreis der Sympathisanten fühlt sich von Düsseldorf untergebuttert. Bei der Mittelvergabe werde Westfalen vernachlässigt, wurde auf dem Gründungsparteitag geklagt. Stimmt das wirklich? Dazu nur ein Beispiel: Der Straßenbau wurde von 2005 bis 2008 in Westfalen mit 449 Millionen Euro gefördert, während für die übrigen Regionen lediglich 308 Millionen zur Verfügung standen. Benachteiligung sieht anders aus. Die Chancen, 2010 einen Sitz im Landtag zu erobern, tendieren gegen Null. Das weiß auch der Gründerkreis. Insofern kann das Rheinland gelassen sein: Westfalen bleibt mit ihm fest durch den Bindestrich verbunden. Die Westfalenpartei wird allenfalls als Fußnote in das Kapitel Kuriositäten der Landesgeschichte eingehen. Sie hat sich vergaloppiert. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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