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Rheinische Post: Kommentar: Gabriel kann die SPD retten

    Düsseldorf (ots) - Vor Wochen sinnierte der gerade 50 gewordene Sigmar Gabriel über den Abschied von der Politik. Jetzt soll er die älteste Partei Deutschlands aus einer Situation retten, die wahlweise als "Desaster" oder "Katastrophe" beschrieben wird. Kann Gabriel das? Ausgerechnet der von Parteifreunden als "politischer Hallodri" kritisierte Niedersachse? Der Mann, der einst gewählte Bundestagsabgeordnete zum Mandatsverzicht aufrief, weil sie Gerhard Schröder nicht unterstützen wollten? Ja, Gabriel kann es. Aus mehreren Gründen. Gabriel ist ein begnadeter Rhetoriker. Neben Guido Westerwelle ist der Deutsch- und Politiklehrer wohl der einzige, der im Bundestag auch spontanen Applaus von den Zuschauerrängen bekommt. Und Gabriel kann Kampagnen fahren. Gegen Klimakiller, Dienstwagenbesitzer oder Atomlobbyisten. Die Parteibasis mag das. Gabriel mobilisiert, er weiß, wie Konzepte Botschaften werden. Das Selbstbewusstsein, sich mit der Kanzlerin anzulegen, hat er. Nur gibt es einen Haken. Offizieller Oppositionsführer ist Frank-Walter Steinmeier. Gabriel kann im Bundestag stets nur nach dem neuen SPD-Fraktionschef reden. Dass er seinem nüchternen Parteifreund dann die Show stehlen wird, ist ein Grund, warum Gabriel möglichst bald auch den Fraktionsvorsitz übernehmen sollte.

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