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Rheinische Post: Die Lehre aus dem Amoklauf Kommentar Von Detlev Hüwel

    Düsseldorf (ots) - Erfurt (2002), Emsdetten (2006), Winnenden (März 2009), Sankt Augustin im Mai - diese Städtenamen stehen für Amoktaten in deutschen Schulen. Die Kette des Grauens muss jetzt um den fränkischen Ort Ansbach verlängert werden. Dort wurden Schüler verletzt, ein Mädchen schwer. Offenbar konnte nur dank des schnellen Eingreifens der Polizei weiteres Blutvergießen verhindert werden. Man fragt sich wieder einmal fassungslos, was junge Menschen zu solchen Gewaltexzessen treibt. Natürlich können Killerspiele und Gewaltvideos einen unheilvollen Einfluss auf die Psyche von Heranwachsenden ausüben. Deshalb gehören sie auch nicht in deren Hände. Doch durch sie allein wird man nicht zum Mörder. Es muss schon eine schwere Störung der Persönlichkeit vorliegen, um derart kaltblütig vorzugehen. Was ist bloß im Elternhaus schief gelaufen, dass es soweit kommen konnte? Ansbach lehrt uns, dass es im Ernstfall, der wohl niemals ganz auszuschließen ist, auf rasches und umsichtiges Handeln ankommt. NRW-Schulministerin Barbara Sommer hat zwar "nach Emsdetten" an alle Schulen Notfall-Kladden geschickt. Aber sind die Lehrer damit auch wirklich vertraut? Wissen alle, wie man sich bei einer Amoktat angemessen verhält? Darüber zu reden, mag recht unbequem sein, aber es ist das Gebot der Stunde.

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