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Rheinische Post: Unruhe ist erste Unions-Pflicht Kommentar Von Sven Gösmann

    Düsseldorf (ots) - Déjà-vu? Kurz vor dem Wahltag stottert der Unions-Motor. Die abgeschlagene SPD holt auf. Erleben wir Wähler 2005 noch einmal? Intern wird in der Union vernehmlicher über den von Kanzlerin und CDU-Parteizentrale so angelegten "Schlafwagen-Wahlkampf" gemurrt. Das als gefühlte Niederlage wahrgenommene TV-Duell Merkels mit ihrem Herausforderer gilt vielen als Beleg, dass es eng wird. Öffentlich verliert bislang - natürlich - nur die notorisch nervöse CSU die Nerven. Oder wie soll man es bewerten, dass CSU-Chef Horst Seehofer nun ein "verdichtetes Wirtschaftsprogramm" vorlegen will, das die besondere Nähe zur FDP unterstreicht? Erinnern wir uns: Bis vorgestern bestand Seehofers Wahlkampf in der Hauptsache darin, FDP-Chef Guido Westerwelle als "Sensibelchen" zu schmähen und Bayerns Wirtschaftspolitik, wie im Fall Quelle, ein rotes Söckchen überzustülpen. Wenn er nun ein Signal für Schwarz-Gelb setzen will, so ist das zwar unglaubwürdig, aber nicht verkehrt. Seehofer ist nur der falsche Absender. Der richtige wäre Angela Merkel: Sie muss endlich pointierter erklären, wie sie die Wirtschaft beleben, Arbeit schaffen, Wähler begeistern will und warum das in einer Reformkoalition mit den Liberalen am besten zu bewerkstelligen ist. "Wir haben die Kraft", lautet übrigens Merkels Wahlkampf-Slogan.

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