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Rheinische Post: Kommentar: Steinmeiers Aufhol-Jagd

Düsseldorf (ots) - Es begann mit übergroßer Nervosität auf beiden Seiten. Allerdings gewann der Herausforderer Frank-Walter Steinmeier als erster seine Souveränität wieder. Mit konkreten Vorschlägen zu Mindestlohn und Managergehältern, zu Atomkraft und Ungerechtigkeiten im Gesundheitswesen brachte er ein ums andere Mal die Amtsinhaberin Angela Merkel ins Schwitzen. In der Halbzeit lag der Herausforderer klar vorn. Das sahen auch die Zuschauer so, die Steinmeier zum Sieger der ersten 45 Minuten kürten. Erst im Laufe der zweiten Phase machte sich die Routine der Kanzlerin bemerkbar. Nach anfänglichen Sowohl-Als-Auchs in Fragen der sozialen Gerechtigkeit, bei internationalen Finanzen oder in der Gesundheitspolitik spielte sie schließlich ihren Amtsbonus aus. Souverän konterte sie Spielereien der TV-Moderatoren um eine schwarz-gelbe "Tigerenten"-Koalition als dem Ernst der Lage nicht angemessen. Sie verteidigte das beabsichtigte Bündnis mit der FDP als Koalition der Wachstumskräfte, nicht der Totengräber des Sozialstaats. Und im Schluss-Plädoyer überzeugte sie mehr als Steinmeier, warum die Zuschauer ihre Partei wählen sollten. Ihren Nimbus als Regierungschefin konnte sie so wahren. SPD-Kandidat Steinmeier aber zeigte erstmals als Herausforderer richtig seine Krallen. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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