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Rheinische Post: Kinder ohne Lobby Kommentar Von Ulli Tückmantel

    Düsseldorf (ots) - Die Reaktion der Bundesfamilienministerin auf die TÜV-Studie zum Zustand der Spielplätze in Deutschland lässt vermuten, dass Ursula von der Leyen mit ihren Kindern nicht sonderlich oft auf den Spielplatz gegangen ist. Anderenfalls hätte sie kaum zu Protokoll gegeben, "spätestens jetzt" könne niemand mehr sagen, er habe nicht von der Gefahr gewusst. In Wahrheit ist das Spielplatz-Problem seit Jahrzehnten bekannt. In einem naturnahen Neubaugebiet auf dem Land mag es bloß ärgerlich sein, wenn der gerade errichtete Spielplatz mit seinen Nutzern bis zur Unbespielbarkeit altert. Kinder in den Großstädten sind jedoch auf Spielplätze besonders angewiesen. In der Stadt sind Spielplätze die wichtigsten Orte freier Entfaltung außerhalb der elterlichen Wohnung. 527.000 Kinder verunglücken jährlich im Heim- und Freizeitbereich, viele auf maroden Spielplätzen. Unter 45.000 Paragraphen in rund 2200 Bundesgesetzen und mehr als 3000 Bundesrechtsverordnungen findet sich keine Vorschrift zur regelmäßigen TÜV-Abnahme von öffentlichen Spielplätzen  hier dürfen die Städte sich selbst kontrollieren. Die TÜV-Studie sagt in freundlicheren Worten, dass Kinder wieder einmal die Verlierer eines politischen Monopolys um Geld und um öffentliche Aufmerksamkeit sind.

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