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Rheinische Post: Obama fand die richtigen Worte Kommentar Von Godehard Uhlemann

    Düsseldorf (ots) - Barack Obama hat eine große Rede an die muslimische Welt gerichtet, die in Form und Inhalt kein anderer amerikanischer Präsident so hätte halten können. Er hat in der Kairoer Universität den richtigen gefühlvollen Ton gefunden, der das Herz seiner Zuhörer traf. Obama sprach vom heiligen Koran, vom gegenseitigen Respekt der Religionen, von seiner Kindheit und der moslemischen Welt, in der seine Wurzeln liegen. Sein Vater war Moslem, insofern kennt Obama den geistesgeschichtlichen und religiösen Hintergrund. Das erleichtert vieles. Doch Obama ist heute Führer der freien Welt, die für gläubige Moslems eine Provokation sein kann. Mit ihr zu leben, bedarf der Toleranz, die Moslems gerade für sich einfordern. Der Präsident bot ihnen eine Partnerschaft bei der Bewältigung politisch-wirtschaftlicher Probleme an. Das Mutige an seiner Rede war der Bruch mit alten Klischees. Das setzt auch die Räumung eigener Positionen voraus. Obama hat kein die USA belastendes Thema ausgelassen, doch er hat sich nicht für die Politik seines Vorgängers entschuldigt. Das wäre ihm daheim auch als Schwäche ausgelegt worden. Seine Versicherung, nicht im Krieg mit dem Islam zu stehen, muss reichen. Die USA bekämpfen den Terror weiter. Nun müssen die Moslems ihren Standort beschreiben. Dann zeigt sich, ob die Rede erfolgreich war.

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