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Rheinische Post: Noch ist Opel nicht gerettet

    Düsseldorf (ots) - von Sven Gösmann

    Lange wurden die wichtigen Entscheidungen bei Opel auf Englisch getroffen. Künftig könnte die Geschäftssprache Russisch sein. Denn der für die Opel-Übernahme favorisierte Magna-Konzern ist zwar ein kanadisch-österreichischer Autozulieferer, ein guter Teil des Geldes und der Macht, die den Deal möglich machen sollen, stammt aber aus Moskau. Der starke Mann bei Opel wird im Falle eines Falles German Oskarowitsch Gref, Chef der Sberbank und ein langjähriger Vertrauter Putins. Der Markt der Zukunft für Opel soll auch deshalb Russland werden. Wäre die Lage nicht so ernst, könnte man über neue Opel-Modelle scherzen - den Zafirow oder den Astranow. Ob es uns gefällt oder nicht: In der globalisierten Welt ist das Geld der Oligarchen ebenso viel wert wie das lupenreiner Demokraten aus Amerika. Deutschlands Politiker werden möglicherweise aufatmen. Die Einigung zwischen Magna und der Opel-Mutter GM kam allerdings ohne ihr direktes Zutun zustande. Das verrät einiges über die Machtlosigkeit der Politiker, die in der Opel-Frage einen anderen Eindruck zu vermitteln versuchten. In ihren nächtelangen Sitzungen schielten sie vor allem auf den Wähler und Steuerzahler, der für jedweden Opel-Deal mit seinem Geld bürgen muss. Ob er damit alle Opel-Jobs, vielleicht sogar alle Werke retten kann, das weiß heute nur der Moskauer Wind.

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