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Rheinische Post: Wählen - EU wartet

    Düsseldorf (ots) - von Godehard Uhlemann

    Eine Woche vor der Europawahl sagen 69 Prozent der Deutschen, sie seien wenig oder gar nicht an der Wahl interessiert. Das ist ein trauriger Befund. Ein Grund liegt bei den Bürgern. Sie nehmen vieles als zu selbstverständlich hin und vergessen die Qualen und Mühen, die besiegt werden mussten, um das Schlagbaum freie Europa der Annehmlichkeiten zu bauen. Europas historische Leistung ist kontinentaler Friede seit Generationen. Die EU ist ein bewundertes Erfolgsmodell, trotz bestehender Schwächen. Sie ist die konstruktive Leistung des 20. Jahrhunderts. Doch das Desinteresse seiner Bürger an der Wahl haben die Berufseuropäer in Brüssel mitverschuldet. Vieles an ihrer Politik ist zu akademisch, die Folge ist der Verlust der Bürger-Basis. Wer Wähler will, muss die Wahl europäisieren. Nur dann entsteht Parteienwettbewerb zum Beispiel über die Frage, was macht Europa im Kern aus, wo liegen seine Grenzen, wie sozial muss die Gemeinschaft sein, für welche Werte steht sie? Doch mangels europäischer Themen wird die EU missgedeutet als Testlauf nationaler Wahlen. Die Bürger sollten trotz allem ihre Stimme abgeben: Die EU der Zukunft muss fit gemacht werden, um nach außen als gemeinsamer Machtfaktor wirken zu können. Dazu braucht die EU unsere Unterstützung.

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