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Rheinische Post: Seehofer nutzt die Chance

    Düsseldorf (ots) - von Reinhold Michels

    Ein gelungener Politischer Aschermittwoch macht noch keinen CSU-Frühling. Allerdings hat der neue CSU-Spitzenmann Seehofer die Chance in Passau genutzt, denn sein streckenweise erstklassiger Auftritt war Bedingung dafür, dass die vom Wähler 2008 gedemütigte CSU eher lang- als mittelfristig überhaupt wieder in die Nähe alter Stärke kommen kann. Viele CSU-ler haben fahrlässig verdrängt, dass der Absturz mehr bedeutete als eine bloße Quittung für Überheblichkeit durch langes Regieren und ein nicht schwergewichtiges Führungsduo Beckstein/Huber. Der grippekranke Seehofer, der wie schon einmal 2002 mit seiner Gesundheit spielte, wird das CSU-Strukturproblem kurzfristig nicht lösen. Man hat zu lange ignoriert, dass die CSU bei den 18- bis 34-Jährigen nicht einmal mehr in die Nähe von 40 Prozent Zustimmung kommt. Deshalb wird sich Seehofers fast brutal anmutende Verjüngungskur letztlich mindestens so segensreich auswirken wie pfiffige Reden und neues bayerisches Durchsetzungsvermögen in Berlin. Der auffallende Jubel beim Passauer Aschermittwoch für den CSU-Shootingstar, Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg, die jugendliche Frische, welche das Generalsekretärs-Paar Alexander Dobrindt und Dorothee Bär ausstrahlen, schließlich eine Reihe nachwachsender politischer Rohstoffe im vergleichsweise jungen bayerischen Kabinett - das ist es, was viele in der CSU zu Recht daran glauben lässt, dass das Glas doch halbvoll und nicht halbleer sei.

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