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Rheinische Post: Terror in Ägypten

    Düsseldorf (ots) - Von Godehard Uhlemann

    Der Anschlag von Kairo trifft Ägypten an einem besonders neuralgischen Punkt. Der Tourismus ist eine der Hauptstützen der Wirtschaft. Sollte er nach dem Bombenwurf einbrechen, trifft es die Menschen, die von der Reisebranche leben. Dann leidet der Staat unter Devisenrückgängen in Zeiten einer ohnehin globalen Wirtschaftskrise. Ägypten kennt Terror und Attentate seit Jahrzehnten. Die Moslembrüder - als radikale Islamisten verboten - haben dem Staat seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sehr zugesetzt. Sie sind die Ahnherrn vieler islamistischer Gruppierungen, auch der palästinensischen Hamas. Ägypten geht gegen die Moslembrüder kompromisslos vor. Doch ausschalten konnten die Behörden sie bislang nicht. Die rasche Festnahme von drei Verdächtigen bedeutet noch nicht die Klärung des Falles. Waren sie es wirklich, oder sollen die Festnahmen nur der Öffentlichkeit effektive Polizeiermittlung vorgaukeln und das Ausland beruhigen? Fest steht, der Anschlag trägt nicht die Handschrift von Profis. Sonst hätte es mehr Tote und Verletzte gegeben. Die Tat könnte die Antwort auf den jüngsten Gaza-Krieg zwischen der Hamas und Israel sein. Ägypten hatte seine Grenzen für Hamas-Anhänger weitgehend geschlossen gehalten.

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