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Rheinische Post: Einer wie Koch

    Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels

    Bei keinem deutschen Spitzenpolitiker klaffen öffentliches Image und wahre Persönlichkeit so auseinander wie bei Hessens Ministerpräsident Roland Koch: Hier das krass verzeichnete Bild eines kalten Strebers, dort das Lob nach Art der liberalen "Zeit": In der persönlichen Begegnung komme Koch als gebildeter, liebenswürdiger Edelkonservativer daher, analytisch und rhetorisch versiert. Die "Zeit" hat recht, aber das nutzt Koch wenig. Wie wollte jemand wie er, der trotz günstiger Begleitumstände bei der Hessen-Wahl unter den CDU-Möglichkeiten blieb, jemals mit Aussicht auf Erfolg einen Kanzlerkandidaten-Wahlkampf bestehen. Es scheint so, als müsse ein Hochbegabter sein politisches Leben bis 2014 in Wiesbaden fristen. Obwohl er die Riesenfelge in Berlin beherrscht, darf er nur Purzelbäume in Eschborn schlagen. Das ist ein Jammer. Wie lange hält Koch die Unterforderung aus? Wer die Bundespolitik betrachtet, stellt fest, dass dort die Begabungen nicht so dicht an dicht stehen, dass nicht noch jemand dazwischen passte. Für die CDU, die unter Merkels Vorsitz an bürgerlichem Profil verloren hat, gilt das insbesondere. Heute erlebt die Welt, wie Obama die Besten um sich versammelt. Das müsste in Berlin doch auch möglich sein.

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