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Rheinische Post: Obama räumt auf Kommentar VON GODEHARD UHLEMANN

    Düsseldorf (ots) - Das US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba wird nach dem Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten Barack Obama geschlossen. Das ist aus zwei Gründen richtig. Die Betreiber haben grundlegende Rechtsgrundsätze missachtet. Menschen wurden über Jahre festgehalten ohne Anklage oder ausreichendes rechtliches Gehör. Ihre Behandlung war alles andere als menschenwürdig. Amerika begreift sich als Vorzeigedemokratie. Deren Grundsätze sieht Washington zu Recht als beispielhaft an. Doch dann muss man sich auch selbst danach richten. Dass das bei Guantanamo nicht beachtet wurde, ist der eigentliche Skandal, den der noch amtierende Präsident Bush damit zu rechtfertigen suchte, dass die Inhaftierten des Terrors gegen die USA verdächtigt seien. Der Antiterrorkampf darf aber nicht dazu führen, dass er außerhalb der Rechtsordnung geführt wird. Der zweite Grund für das Ende von Guantanamo ist psychologischer Natur. Obama hat den Neuanfang versprochen. Er ist nur glaubwürdig, wenn er ihn wagt. Amerikas Bild in vielen Ländern der Welt ist ramponiert. Obama kann das nur ändern, wenn er solche Ausreißer wie Guantanamo oder Folter durch US-Soldaten unterbindet  und zwar schnell.

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