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Rheinische Post: Kranker Fonds Von Antje Höning

    Düsseldorf (ots) - Kern der sozialen Krankenversicherung ist es, dass der Gesunde für den Kranken einsteht und der Junge für den Älteren. Daher ist es auch richtig, dass es einen Ausgleich zwischen Kassen mit vielen Kranken und solchen mit vielen Gesunden gibt. Falsch aber ist, wie der Ausgleich mit dem 2009 startenden Gesundheitsfonds organisiert wird. Im Zuge eines Kuhhandels entstand eine willkürliche Liste mit 80 schweren Krankheiten. Für Patienten, die daran leiden, erhalten Kassen Milliarden extra. Schon bislang versuchten die Kassen, möglichst viele Patienten in vier Programme für chronisch Kranke zu locken, weil es dafür mehr Geld gab. Für Patienten brachte das oft nichts. Nun geht es um 80 Krankheiten (wieso eigentlich nicht um 70 oder 90?). Und nun wirbt manche Kasse wie die AOK Niedersachsen sogar mit Prämien bei Ärzten darum, ihre Patienten auf dem Papier krank zu machen. So geht es nicht. Wenn alle Kassen plötzlich nur noch chronisch Kranke haben, explodiert das System. Es führt kein Weg an einer Gesundheitsreform mit Selbstbeteiligung (bei niedrigeren Beiträgen) vorbei. Nur wenn der Patient selbst ein Interesse daran hat, dass er nicht unnötig krank gemacht oder behandelt wird, lassen sich Verschwendungen vermeiden.

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