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Rheinische Post: In der Armutsfalle Kommentar VON MARTIN KESSLER

    Düsseldorf (ots) - Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. Um so mehr muss es empören, dass hierzulande das Armutsrisiko so hoch ist, die Kluft zwischen verschiedenen Einkommensbeziehern größer wird und die Zahl der Empfänger staatlicher Geldleistungen steigt. Das hat jedenfalls die Industrieländerorganisation OECD in ihrer jüngsten Verteilungs-Studie herausgefunden. Was ist falsch gelaufen im einst vorbildlichen Sozialstaat Bundesrepublik? Ein Grund liegt sicher in der Vergangenheit, als es sich für viele Bezieher von Arbeitslosenhilfe nicht lohnte, eine Stelle anzunehmen, deren Entlohnung kaum höher lag als die staatliche Unterstützung. Die Menschen entwöhnten sich vom Arbeitsleben, bildeten sich nicht weiter und waren deshalb für besser dotierte Jobs nicht geeignet. Sie steckten in der Armutsfalle. Die Hartz-IV-Reformen haben hier teilweise Abhilfe geschaffen und seit 2005 über 1,6 Millionen neue Jobs gebracht. Deren Entlohnung ist noch nicht zufriedenstellend. Deshalb spreizen sich die Löhne. Das muss aber nicht so bleiben. Denn die Menschen mit Arbeit haben jetzt die Chance, sich weiter zu qualifizieren und mehr zu verdienen. So kommt eine wachsende Zahl aus der Armutsfalle.

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