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Rheinische Post: Kampf der Kassen Kommentar VON EVA QUADBECK

    Düsseldorf (ots) - Der Zusatzbeitrag der Krankenkassen ist nach dem Mikado-Prinzip konstruiert: Wer zuerst zuckt, hat verloren. Deshalb werden alle Kassen versuchen, ohne ihn ins Jahr 2009 zu starten. Doch nach den Berechnungen des Spitzenverbandes werden die Dämme bald brechen. Jene Kassen, die zuerst klamm sind und bei ihren Versicherten direkt ein paar zusätzliche Euro eintreiben müssen, werden drastisch Mitglieder verlieren. Bei Gutverdienern geht es um bis zu 35x0fEuro pro Monat. Dazu kommt eine für viele Versicherte neue Erfahrung: Der Zusatzbeitrag wird direkt vom Konto abgebucht. Bislang hat der Arbeitgeber die Beiträge an die Krankenkassen überwiesen. Viele Versicherte kennen deshalb den noch geltenden individuellen Beitragssatz ihrer Krankenkasse und damit auch die Preisunterschiede zu anderen Kassen gar nicht. Die Wanderungsbewegungen der Versicherten werden zu dem politisch gewollten Effekt führen, dass zahlreiche Kassen Insolvenz anmelden oder fusionieren müssen. Grundsätzlich ist dies positiv, da es nicht nötig ist, 200 Kassen mit 200 Verwaltungsapparaten zu erhalten. Vom Überlebenskampf der Kassen werden aber auch die Versicherten in Mitleidenschaft gezogen.

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