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Rheinische Post: Ackermanns Geste

    Düsseldorf (ots) - Von Martin Kessler

    Man tut dem Chef der Deutschen Bank Unrecht, wenn man seinen Gehaltsverzicht von vorneherein als Show-Veranstaltung abqualifiziert. Wenn Ackermann es ernst meint, muss er auf einen großen Anteil seines Jahres-Salärs verzichten. Von den Vorstandsgehältern im vergangenen Jahr waren nur zwölf Prozent nicht erfolgsabhängig. Der Spitzenbanker wird also daran zu messen sein, auf wie viel er und seine Kollegen in der Bankführung tatsächlich verzichten. Trotzdem ist die publikumswirksame Aktion Ackermanns lediglich eine Geste. Die Banker dürfen danach nicht zur Tagesordnung übergehen. Und ein sichtbares Zeichen der ganzen Zunft fehlt weiterhin, auch wenn die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten in diesem Gewerbe solide und verantwortungsvoll arbeitet. Wichtiger als Gesten sind klare Spielregeln. Manager und Eigner müssen die Folgen ihres Tuns spüren. Wer als Aktionär auf riskante Geschäfte setzt, muss mit drastischen Kursverlusten rechnen. Für Manager muss es eine stärkere persönliche Haftung geben. Die ist im Prinzip vorhanden, doch wird sie nur selten durchgesetzt. Merkels Rettungsaktion hat die Banker unverdientermaßen entlastet.

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