Rheinische Post

Rheinische Post: CSU: kopflos in München

Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels Es bietet sich an, mit Blick auf den wirren Zustand der geschockten CSU zu zitieren, was Franz Josef Strauß einst über Führungslosigkeit spöttisch sagte: "Wenn ein Rentner mit fünf Dackeln spazieren geht, der eine hebt's Bein, der andere läuft dem Wurstzipfel nach, der dritte verschwindet in der Kantine, der vierte legt sich im Straßengraben schlafen, und der fünfte jault durch die Gegend. Und wenn man ihn dann fragt: Ja, was ist denn da los?, sagt er: Das ist mein Führungsstil." Die CSU hat nach den stotternd abgelaufenen, sehr notwendigen Rücktritten von Huber (Montag) und Beckstein (Dienstag) vier bis fünf - wenn man den jungen, ambitionierten Söder mitzählt - respektable Anwärter auf das von Beckstein geräumte Ministerpräsidenten-Amt. Was in ruhigeren Parteizeiten demokratisch korrekt und wettbewerbs-tauglich wie eine Talent-Show wirkt, verwirrt jetzt die Öffentlichkeit in Bayern und darüber hinaus stark. Man kann die Kopflosigkeit der CSU verstehen. Was jedoch befremdet, ist, dass es gestern alle am Machtkampf Beteiligten zuließen, dass der Unfallort weiter unaufgeräumt bleibt. So verfestigt sich der Eindruck, die CSU wisse nicht, was und wen sie wolle. Da die Partei im Kern stabil ist, wird und muss sie sich in kürzester Frist fit machen für die seit 1962 ungewohnten Koalitionsgespräche in München. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Rheinische Post

Das könnte Sie auch interessieren: