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Rheinische Post: CSU und Merkel von Reinhold Michels

    Düsseldorf (ots) - Wenn die CSU am Sonntag in den 40-Prozent-Turm stürzt und sich danach wahrscheinlich ohne die Männer des Übergangs Beckstein/Huber nicht schnell wieder hocharbeitet, ist mehr zu besichtigen als eine bayerisch-politische Zeitenwende. Dann verlören die Unionsparteien eine scheinbar uneinnehmbare Festung des Bürgerlich-Konservativen. Dann wäre es ungewisser denn je, ob die CDU-Vorsitzende Merkel 2009 als Kanzlerin wiedergewählt wird und ob die CDU auf absehbare Zeit überhaupt noch den Regierungschef in Berlin wird stellen können. Ein überdurchschnittlich gutes Abschneiden der CDU-Schwesterpartei in Bayern ist Voraussetzung dafür, dass eine Bundesregierung gebildet werden kann, die nicht "Mitte-Links" ist. Vor dem Hintergrund erklären sich Merkels CSU-konform klingende Sätze etwa gegen Multikulti-Unfug. Die Kanzlerin ist keine Konservative. Die schiere Angst um die Mehrheitsfähigkeit der Unionsparteien und ihre Kanzlerschaft lässt sie plötzlich so wahlkämpferisch auftrumpfen. Auch sieht Merkel ihr Mai-Projekt "Wiederwahl Horst Köhlers" gefährdet, falls die CSU ein Desaster erlebte. Es wäre nicht überraschend, wenn die Union 2009 so viel zu grübeln hätte wie die SPD des Jahres 2008.

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