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Rheinische Post: VW und das Gesetz

    Düsseldorf (ots) - Von Thomas Reisener

    Seit Ende 2006 hat sich der Wert der VW-Aktie mehr als verdoppelt. Die Karriere des Papiers hat nur einen Grund: Die Übernahme des Wolfsburger Konzerns durch Porsche. Mit ihr ist die Hoffnung verbunden, dass aus VW endlich ein normaler Konzern wird. Einer, den der Staat nicht mehr wie früher mit Steuer-Millionen vor der Pleite retten muss. Einer, der mit guten Produkten statt mit Rotlichtaffären und Polit-Klüngel Schlagzeilen macht. Das VW-Gesetz hingegen soll die alte Welt zementieren. Von der juristisch verordneten Vormachtstellung des Landes Niedersachsen bei VW versprechen die Mitarbeiter sich die Schonung ihrer Privilegien. Dabei schottet diese Schlaftablette den Konzern seit 48 Jahren von der wirtschaftlichen Wirklichkeit ab. Weil das Reizklima fehlte, fiel Volkswagen in vielen Entwicklungen zurück. Etliche Wettbewerber sind inzwischen effizienter und innovativer. Am Ende bieten den VW-Mitarbeitern nur ihre Autokäufer Schutz. Zu denen hat Porsche jedenfalls einen besseren Draht als Ministerpräsident Christian Wulff, der für den Fortbestand des VW-Gesetzes kämpft. Deshalb standen die 40 000 Mitarbeiter, die gegen dessen Abschaffung und damit gegen Porsche demonstriert haben, gestern auf der falschen Seite.

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