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Rheinische Post: Die Bahn im Imagetief

    Düsseldorf (ots) - Von Alexander von Gersdorff

    So dreist, wie sich die Deutsche Bahn gegenüber ihren Kunden aufführt, stellen sich noch nicht einmal Billigflieger an. Die Airlines verstecken ihre Aufschläge wenigstens noch im Kleingedruckten. Der Schienenkonzern hingegen hat allen Ernstes versucht, die wahre Servicegebühr für den Fahrkartenkauf nirgendwo auftauchen zu lassen. Erst beim Ticketerwerb ab Dezember hätten die ersten Fahrgäste gemerkt, dass sie den Bedienzuschlag am Schalter je nach Zahl der Fahrkarten und Ziele zwei-, drei- oder vierfach hätten zahlen müssen. Mit anderen Worten: Die Bahn wollte ihre treuesten Fahrgäste über den Tisch ziehen, es hat halt nur nicht geklappt. Das Preis-Versteckspiel der DB ging so weit, dass selbst der Aufsichtsrat nichts davon merkte. Dem Vernehmen nach soll sich sogar Bahnchef Mehdorn vom Vertriebsvorstand übertölpelt fühlen. Nur: Wer, wenn nicht der Vorstandschef, muss alle Fallstricke und Gebührentricks des eigenen Konzerns kennen? Ganz allein Mehdorn hat daher auch das Imagetief zu verantworten, in die das betriebswirtschaftlich eigentlich gut geführte Unternehmen jetzt wieder einmal hineingerutscht ist. Und was den Börsengang betrifft: Arabische und amerikanische Investoren werden registrieren, dass eine geplante Gebühr von 2,50 Euro so dilettantisch vorbereitet wird, dass sie zum zwingenden Eingriff des Staates führt.

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