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Rheinische Post: Die Bahn kassiert ab Kommentar VON MARTIN KESSLER

    Düsseldorf (ots) - Besonders kundenfreundlich ist der neue Service-Aufschlag der Bahn für den Ticketverkauf am Schalter nicht gerade. Zumal die Bahnkunden vor den Verkaufsstellen häufig in langen Schlangen stehen. Auch das Preissystem macht die Bahn nicht zu einer attraktiven Alternative zum Flug- und Autoverkehr. Bahnchef Mehdorn hat ein anderes Ziel. Er will durch Kostensenkungen und Preiserhöhungen die Renditekraft seines Unternehmens stärken und die Bahn für internationale Investoren empfehlen. Das ist grundsätzlich in Ordnung, darf aber nicht zu Lasten der Kunden gehen. Denn wenn die ausbleiben, ist der nachhaltige Erfolg der Bahn gefährdet und der Aktienkauf kein lukratives Investment. Mit seiner plumpen Politik der Preisüberwälzung zeigt Mehdorn auch, dass er derzeit auf dem Schienenverkehr keine Konkurrenz fürchten muss. Deshalb kann er seine Kunden auch ungehindert zur Kasse bitten und sie mit allerlei Zuschlägen quälen. Dass andere Dienstleister sich ihren Service auch direkt vergüten lassen, ist eine schwache Ausrede. Zwar wollen die Unternehmen damit ihre Kunden ins billigere Internet zwingen. Wirklich service-starke Firmen aber lassen den Kunden die Wahl.

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