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Rheinische Post: Auf den Spuren der Römer

    Düsseldorf (ots) - Von Lothar Schröder

    Spurensuche ist in Xanten ganz wörtlich zu verstehen: So findet sich am Eingang des neuen Römer-Museums ein geheimnisvoller Bodenabdruck. Mit antiken Spuren von Hufen, Soldatenschuhen, von nackten Füßen der Kinder, den Rädern der Wagen. Der ganze römische Alltag findet sich hier im niederrheinischen Schlamm. Vergangenheit, die sich eingegraben hat ins Erdreich, in einem unbedeutenden Augenblick damals vor 2000 Jahren. Und wir stehen davor und staunen oder denken uns Geschichten aus, die zu diesem Abdruck passen könnten. Geschichte und Geschichten - aus ihnen speist sich unser Gedächtnis. Aber: Die Erinnerung ist wie ein Hund, der sich hinlegt, wo er will. Und so wird Vergangenes immer wieder verschüttet und alsbald vergessen. Auch dafür ist Xanten ist gutes Lehrstück. Denn die Römerstadt diente nach ihrem Untergang den Menschen im Mittelalter als Steinbruch. Und bald war vergessen, welche Kultur es hier einst gab. Die Fundstücke aus der Scholle, auf der wir stehen, sind wichtig, unersetzlich. Alle Mühe lohnt sich, im Dreck der Geschichte zu graben. Ob dabei so etwas wie Herkunft oder gar Identität hervorscheint, ist fraglich und vielleicht auch zu pompös gedacht. Aber Vergangenheit relativiert stets die Gegenwart; sie macht uns bescheiden und manchmal klein wie einen Abdruck im Lehm.

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