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Rheinische Post: Teures Fleisch

    Düsseldorf (ots) - Von Antje Höning

    Zu den ersten Lektionen eines Ökonomie-Studenten gehört der "Schweinezyklus". Er beschreibt das Phänomen, dass sich hohe und niedrige Preise periodisch abwechseln. Grund: Bei niedrigen Preisen schlachten die Bauern ihr Vieh, weil sich das Geschäft nicht lohnt. Die Preise sinken zunächst weiter. Damit steigt die Nachfrage. Die aber können die Bauern jetzt nicht mehr bedienen, die Preise steigen wieder. Damit sinkt die Nachfrage, die Preise fallen und der Zyklus startet von vorn. Was den Studenten graue Theorie ist, spüren Verbraucher real im Portemonnaie. Der Schweinezyklus erklärt zum Teil, warum Fleisch derzeit teurer wird. Doch anders als früher können Verbraucher nicht mehr damit rechnen, dass die Preise wieder sinken. Der Fleischhunger von China und der Welt wächst dauerhaft. Zugleich treibt die Nachfrage nach Biosprit-Getreide die Preise für Futtermittel. Trübe Aussichten für Verbraucher, die bereits für Strom und Gas mehr zahlen müssen. Doch vielleicht auch Ansporn, das Kaufverhalten zu überdenken. Ab und zu gutes Fleisch ist besser als jeden Tag Billig-Hack. Fleisch ist ein Qualitätsprodukt, es ist nichts für Schnäppchenjäger. Spätestens beim nächsten Fleischskandal werden sich Kunden daran erinnern.

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