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Rheinische Post: RAF-Warnsignal

    Düsseldorf (ots) - Von Gerhard Voogt

    Inge Viett gehörte zu den Top-Terroristen der RAF. Sie war Mitglied der "Bewegung 2. Juni", auf deren Konto zahlreiche Anschläge gehen. Ein französischer Polizist sitzt im Rollstuhl, weil Viett auf ihn schoss, um der Festnahme zu entgehen. Viele Menschen, die den "deutschen Herbst" erlebt haben, können sich noch genau an die Bilder der RAF-Untaten erinnern. Jetzt haben sie ein Déjà-vu-Erlebnis. Inge Viett ist wieder da - sie wird am Rand des feierlichen Gelöbnisses der Bundeswehr in Berlin von Polizisten abgeführt. Die Ex-Terroristin hat ihre Strafe voll verbüßt, auch die Bewährungszeit ist abgelaufen. Wer unser Strafrecht ernst nimmt, muss akzeptieren, dass Viett nicht anders zu behandeln ist als jeder andere Bürger. Wer "zivilen Ungehorsam" leistet, muss in der Regel nur ein Bußgeld zahlen. Ein schaler Nachgeschmack bleibt dennoch. Die Demonstranten, die die Ex-Terroristin in ihre Gruppe aufgenommen haben, wollten das Gelöbnis "nur" mit Lautsprechern stören. Viett führte ihren Kampf hingegen mit tödlichen Waffen. Es wäre fatal, wenn die Ex-Terroristin zum Vorbild für die jungen Linken würde. Worte der Reue kamen Viett nie über die Lippen. Ihr Comeback ist ein Warnsignal.

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