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Rheinische Post: Kommentar - Geiseln wohlauf

Düsseldorf (ots) - Die drei deutschen Bergsteiger, die in der Osttürkei entführt wurden, sind frei und unversehrt. Das ist ein Grund zur Freude und für die betroffenen Familien Anlass zur Erleichterung. Der Geisel-Fall ist glimpflich ausgegangen. Das ist aber kein Grund, ihn nun als erledigt abzuhaken. Türkei-Reisen sind nicht ohne Risiko. Das belegt ein Blick in die Terror-Bilanz. Dabei ist es unerheblich, ob die Gefahren von Rebellen der PKK ausgehen oder von Islamisten, wie beim jüngsten Anschlag auf das US-Konsulat in Istanbul. Aus der Entführung müssen Konsequenzen gezogen werden. Touristen, die ihre Suche nach persönlichem Kitzel in Krisengebieten ausleben, gefährden sich selbst und lösen dadurch möglicherweise aufwendige Rettungsaktionen aus. Wenn Deutsche im Ausland in Not geraten, muss die Bundesregierung helfen. Der Staat ist aber keine Risikoversicherung für alle Fälle. Wer das glaubt, irrt und wird sich die Frage nach seiner Mitschuld stellen müssen. Einen Gefallen haben sich die Kurden mit der Entführung auch nicht getan. Sie haben negative Schlagzeilen produziert und damit ihrem eigentlichen Anliegen nach mehr Selbstbestimmung geschadet. Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2303 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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