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Rheinische Post: Beck hält die Wähler fern Kommentar VON REINHOLD MICHELS

    Düsseldorf (ots) - Gewissheiten werden weniger im Leben der politischen Parteien. Die Wähler verteilen Gunst und Widerwillen zunehmend nach dem Geschmack der Saison, auf Schnäppchenjäger-Art und immer seltener in Stammgast-Treue. Dies jedoch kann man wohl vorhersagen: Überzeugende politische Führungskräfte werden noch wichtiger, und: Berichte vom baldigen Ableben der SPD sind verfrüht. Wenn sich laut Umfrage jeder zweite Wahlberechtigte grundsätzlich aufgeschlossen zeigt für die SPD, belegt das, dass noch Glut vorhanden ist. Mit einem demoskopisch verbrannten Vorsitzenden und dessen Tändelei wird man sie nicht zum Lodern bringen. Kurt Beck wirkt wie die Verkörperung des Peter-Prinzips: Es beschreibt eine Gesetzmäßigkeit, wonach durchaus befähigte Leute in einer Hierarchie solange aufsteigen, bis sie eine Stufe erklommen haben, auf der ihr Unvermögen zu Tage tritt. Wenn es einem potentiellen SPD-Wähler Angst und Bange wird bei dem bloßen Gedanken an ein Redner-Duell zwischen Beck und dem Demagogen Lafontaine, der seine frühere Partei entweder linksradikal oder zerstört sehen will, hat es die SPD schwer, ihr Potential auszuschöpfen. Wem man nicht zutraut, einen "Rückwärts-Genossen-mir-nach"-Ideologen wie Lafontaine und seine Krisengewinnler zu entzaubern, dem gehört die Zukunft nicht.

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