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Rheinische Post: McCains Kühnheit

    Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels

    John McCain, der möglicherweise am 4. November die Präsidentschaftswahlen gegen den gerne wolkig bleibenden Götterliebling Barack Obama gewinnen wird, schätzt klare Botschaften. Zum Irak-Krieg sagt der betagte Spross aus altem amerikanischem Militär-Adel im Stile des Hitler-Bezwingers Churchill: "We'll never surrender" - "Wir ergeben uns niemals". Das heißt, dass ein US-Präsident McCain kämpfen will bis zum noch so fernen Sieg. Vielleicht spielt Altersstarrsinn eine Rolle, vielleicht aber auch Erfahrung, an der es dem geschmeidigen außenpolitischen Grünschnabel Obama noch fehlt. Auch zum Thema Energie durch Atomkraft spielt McCain mit offenen Karten. Sein Ziel, bis 2030 45 neue Atomkraftwerke (die USA haben bereits hundert, die 20 Prozent des Strombedarfs decken) bauen zu lassen, ist kühn. Ab wann Kühnheit ins Törichte umschlägt, ist auch im Energie-Verschwenderland der unbegrenzten Möglichkeiten eine schwierig zu beantwortende Frage. McCain kann darauf verweisen, dass auch China, der Wirtschaftsgigant der Zukunft, 32 neue Atomkraftwerke bauen will. Ob uns Deutschen, den "Meistern im Luftreich der Träume" (H. Heine), das stupide Nein zur Atomkraft am Ende mehr nutzen als schaden wird, ist nicht ausgemacht

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