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Rheinische Post: Köhlers Agenda

    Düsseldorf (ots) - Von Martin Kessler

    Es war ein kleiner Nachhilfekurs in Sachen Demokratie, Bildung, Marktwirtschaft und Bürgerengagement, den Bundespräsident Horst Köhler den Deutschen in seiner Berliner Rede angedeihen ließ. Bewusst wählte das Staatsoberhaupt eine schlichte Sprache, in der Ausrufezeichen und Sätze ohne Verb nicht selten waren. "Demokratie ist Eure Sache", rief er etwa den Politik-Verdrossenen zu. Und: Wer sich auf seine eigenen Kräfte besinnt, gewinnt Wohlstand, Selbstachtung und Lebenssinn. Das erinnert an die Wahlreden von Ludwig Erhard, dem "Vater der sozialen Marktwirtschaft", deren 60. Geburtstag gerade gefeiert wurde. Und eine "kleine" Wahlrede hielt auch Köhler, geschickt garniert mit vornehmlich liberalem, aber auch einer Brise sozialdemokratischem und grünem Gedankengut. Der Bundespräsident setzt auf seine Popularität und nutzt sie als Plattform für sein Verständnis von Demokratie und Bürgersinn. Der Einsatz Köhlers für seine Sache ist legitim. Ein Bundespräsident soll sich einmischen. Demokratie ist die "Selbstherrschaft der politisch Gleichen", sagt Köhler. Da ist der Bundespräsident auch im eigenen Verständnis vor allem der erste Bürger, zu dem man nicht ehrfürchtig aufschauen muss.

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