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Rheinische Post: Hunger-Gipfel Kommentar VON GODEHARD UHLEMANN

    Düsseldorf (ots) - Hunger ist ein wirtschaftliches, aber auch ein moralisches Problem. Wenn durch die gestiegenen Weltmarktpreise für Lebensmittel zusätzlich zu den ohnehin schon Hungernden weitere 100 Millionen Menschen dazukommen, belegt das die Brisanz der Lage. Ganze Staatenregionen müssen künftig mit Unruhen rechnen, wenn große Teile ihrer Bürger sich Lebensmittel kaum noch leisten können. Dann wird es zu Verteilungskämpfen kommen, es geht am Ende ums Überleben. Wenn die Ernährungskrise überwunden werden soll, muss das Angebot steigen. Verknappung treibt in jedem Fall die Preise hoch. Und noch etwas: Misswirtschaft  vor allem in Afrika  muss nachhaltig bekämpft werden. Der Ernährungsgipfel in Rom wird das Problem nicht aus der Welt schaffen. Er muss das Problembewusstsein global schärfen und in den dringenden Fällen rasche Abhilfe schaffen. Hier liegt vor allem der moralische Aspekt. Wenn Menschen zu verhungern drohen, sind die Satten gefordert. Dass bei ihnen auch Lebensmittel teurer geworden sind, entlässt sie nicht aus der Verantwortung. Die Industrieländer müssen ihre Subventions- und Zollpolitik überdenken, sie müssen aufhören, Getreide zu Sprit zu verarbeiten.

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