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Rheinische Post: Kuhhandel bei RWE

    Düsseldorf (ots) - von Antje Höning

    RWE will sein Gasnetz verkaufen. Das kommt plötzlich, ist aber aus Sicht des Essener Konzerns verständlich. Kommt er der EU-Kommission nicht entgegen, drohen ein jahrelanger Rechtsstreit und am Ende womöglich eine millionenschwere Kartell-Strafe. Das drückt die Rendite des Gasgeschäfts. Da ist es nur folgerichtig, das Netz abzugeben. Eon hat diese Übung beim Strom vorgemacht. Für den Verbraucher ist die Entscheidung zweischneidig. Auf der einen Seite kann er sich freuen, dass RWE mit der Abgabe des Netzes mehr Konkurrenz zulässt. Die belebt bekanntlich den Wettbewerb und senkt den Preis. Auf der anderen Seite entgeht der Konzern damit einer Strafe wegen Missbrauchs seiner Marktmacht. Obwohl die RWE AG den Kunden unnötig stark zur Kasse gebeten hat, kommt sie nun also ungeschoren davon. Der Verlierer bei diesem Deal ist die Kanzlerin. Erst schicken die Energiekonzerne sie vor, damit Angela Merkel in Brüssel gegen eine Zwangs-Abspaltung der Netze kämpft. Doch dann regeln die Konzerne die Sache per Kuhhandel selbst: Gebe Netz, bekomme Einstellung des Kartellverfahrens. Die Kanzlerin steht da wie der Kaiser ohne Kleider. Die EU-Kommission kann sie nicht mehr ernst nehmen. Bericht: RWE verkauft Gasnetz, Seite 1

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