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Rheinische Post: Die Stasis von der Telekom

Düsseldorf (ots) - von Sven Gösmann Wie weit sich einige Manager der Großindustrie von der Realität und damit von Recht und Gesetz entfernt haben - die Telekom bietet ein unfassbares Beispiel dafür. Die Telefonate von Journalisten wurden bespitzelt, ihre Bankkonten ausspioniert. Die Auftraggeber, ob sie nun Zumwinkel, Ricke, Sommer oder wie auch immer heißen, legen unfreiwillig ihre verengte Weltsicht offen: Alles ist käuflich, die Wahrheit eine Ware, für die es eine Flatrate gibt. Die Affäre bestätigt den Ruf der Telekom als Deutschlands am schlechtesten geführtes Unternehmen. Doch es geht um mehr. Der Skandalkonzern schädigt die Demokratie. Wie sollen Journalisten unbelastet recherchieren, aufklären, berichten, wenn sie nicht mehr wissen, wer mithört oder auf ihrem Konto oder in ihrem Privatleben herumschnüffelt? Wie soll sich die Öffentlichkeit ihre Meinung bilden können, wenn Konzernstrategen Medienvertreter ehemalige Stasi-Schergen auf den Hals hetzen? Bislang mussten wir derlei Rechtsbrüche nur von um ihre Berechtigung kämpfenden staatlichen Organisationen wie Bundesnachrichtendienst oder Verfassungsschutz ertragen - jetzt kommt ein ehemaliger Staatskonzern dazu. Die Justiz sollte im Interesse einer freien Presse und damit im Interesse der Allgemeinheit keine Nachsicht üben. Bericht: Telekom, Titelseite Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2304 Original-Content von: Rheinische Post, übermittelt durch news aktuell

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