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Rheinische Post: Kommentar: Angst vor Brücken

    Düsseldorf (ots) - Der Tod einer jungen Mutter, die auf der Autobahn bei Oldenburg von einem Holzklotz erschlagen wurde, schockiert die Autofahrer. Viele haben in diesen Tagen ein mulmiges Gefühl, wenn sie auf eine Brücke zufahren, auf der Menschen stehen. Harmlose Passanten? Oder Steinewerfer? Die Opfer der Brücken-Attentäter haben die Gefahr meist nicht oder zu spät erkannt. Was ist zu tun? Kann man den Autofahrern die Angst vor den Brücken nehmen? Schon wird nachgerechnet, was es kosten würde, alle 2000 Autobahnbrücken in NRW mit hohen Schutzzäunen nachzurüsten. Die Rede ist von 120 Millionen Euro. Ist das viel Geld? Oder eher eine preisgünstige Investition? Die Frage ist müßig, denn sie geht an der Realität vorbei. Jugendliche, die einen "Kick" dabei verspüren, russisches Roulette mit dem Leben der Autofahrer zu spielen, werden immer Mittel und Wege finden, Sicherungsmaßnahmen auszuschalten. Letztlich bleibt wohl wenig anderes übrig, als auf die abschreckende Wirkung der Strafverfolgung zu hoffen. Gegenstände von einer Brücke zu werfen  das ist kein Dumme-Jungen-Streich, sondern ein Angriff auf Menschenleben. Auf Mord steht lebenslänglich.

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