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Rheinische Post: Dicke Soldaten Kommentar VON GREGOR MAYNTZ

    Düsseldorf (ots) - Der Bundestag hat sich das Amt des Wehrbeauftragten geschaffen, weil die Parlamentarier dem Militär misstrauten und stets tief in die Truppe hineinschauen wollten. Mitunter wirkt der Jahresbericht des Wehrbeauftragten jedoch als Spiegel. Die Soldaten sind wie die anderen Deutschen. Zum Beispiel werden auch sie immer dicker. Viel Mampf, kaum Kampf  und schon müssen die Koppelschlösser weiter geschnallt werden. Es mag ja sein, dass manche Gymnastikhalle in Garnisonen den Charme der 60er Jahre atmet, dass die Sportstätten-Modernisierung im Rahmen der Kasernen-Renovierung unter den Finanzzwängen zu kurz gekommen ist. Und es ist auch nicht völlig von der Hand zu weisen, dass überbordende Bürokratie die sitzende Tätigkeit begünstigt statt die vorgeschriebene Bewegung. Letztlich sind das jedoch überwiegend faule Ausreden für individuelle Bequemlichkeit. Jeder Einzelne muss daran arbeiten, die Gesellschaft ihre Einstellung überdenken, die Politik die Impulse richtig setzen. Nur beim "Mampf" ist zuerst der Minister gefordert. Wenn unter dem Stichwort "optimierte Versorgung" das Obst aus der Truppenverpflegung verschwindet, muss schleunigst das Kommando "zurück" ertönen.

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