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Rheinische Post: NRW: Erziehungscamps für jugendliche Täter

    Düsseldorf (ots) - Für jugendliche Gewalttäter, die mehrfach straffällig geworden sind, sollen in Nordrhein-Westfalen so genannte Erziehungscamps eingerichtet werden. Nach Informationen der Rheinischen Post (Mittwoch-Ausgabe) ist das NRW-Justizministerium derzeit mit den Einzelheiten befasst. Es gehe zunächst darum, Gemeinden zu finden, die eine solche Einrichtung akzeptieren. Außerdem bemühe sich die Landesregierung um Träger solcher Lager. In Frage kämen vor allem Organisationen, die sich um straffällig gewordene Jugendlich kümmern. Die NRW-CDU hatte bereits im Mai 2007 auf ihrem Siegburger Parteitag Erziehungscamps gefordert. Generalsekretär Hendrik Wüst sagte dazu, in den Camps werde es einen geregelten Tagesablauf geben. Im Mittelpunkt stehe das Training, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Sven Volmering, nannte jüngste Gewalttaten von Jugendlichen wie in München nicht tolerabel. Das Thema Erziehungscamps sei bisher leider am Widerstand des Koalitionspartners FDP gescheitert. "Ich kann nur an die FDP appellieren, ihre Position zu überdenken", sagte Volmering der Rheinischen Post. Der Unions-Rechtsexperte Norbert Geis sagte der Zeitung, in amerikanischen Camps könnten Jugendliche im Schnellgang einen Beruf erlernen und dadurch ihre Jugendstrafe verkürzen. Dieses müsse auch für Deutschland "ernsthaft geprüft" werden. Geis sprach sich dafür aus, Täter ab 18 Jahren nur noch in Ausnahmefällen nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen und die Höchststrafe für Jugendliche auf 15 Jahre zu erhöhen. Demgegenüber lehnt die Vorsitzende des Jugendausschusses, Kerstin Griese, Strafverschärfungen ab. "Wir brauchen mehr Prävention, mehr Angebote gerade für Jugendliche, die keine Chance haben", sagte die SPD-Politikerin der Rheinischen Post. Die Kommunen dürften zudem nicht an der Jugendarbeit kürzen.

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