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Rheinische Post: Von nun an wird geholzt

    Düsseldorf (ots) - Von Reinhold Michels

    Die Harmonie währt nicht lange, wenn von zwei zum Miteinander-Regieren verdammten Großparteien die eine demoskopisch so klein gemacht wird, wie das der SPD widerfährt; und wenn gleichzeitig die andere sich in Gestalt der Kanzlerin wie auf Wähler-Schwingen in die Lüfte schraubt. Mehr denn je profitiert auch die Merkel-CDU von dem alten bundesrepublikanischen Spruch: Auf den Kanzler kommt es an. Wer ihn stellt, hat einen natürlichen, schwer einzuholenden Vorsprung im parteipolitischen Gefecht. Kurt Beck, der mutmaßliche SPD-Kanzlerkandidat 2009 - wehe dem, der ihn als pfälzisches Landei unterschätzt - wird alles, was erlaubt ist, und wohl auch mehr daransetzen, um Merkel zurück auf den Boden zu zerren; auf dass ihr in Becks Kalkül dort endlich passiere, was sie auf den roten Teppichen der Welt bislang eindrucksvoll vermieden hat: auszurutschen. Ab jetzt wird nach einem Wort Willy Brandts "geholzt" werden. Das Verb bereits schließt Schonung des Koalitionspartners aus. Die SPD setzt immer stärker auf das keineswegs unpopuläre Thema Mindestlohn. Merkel soll noch einmal, wie im Wahlkampf 2005, als sozial unsensibles Gegenteil einer mitfühlenden Konservativen dargestellt werden. Der Kampf beginnt, er ist noch nicht entschieden.

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